JuPeter

 

Orgelmatinee

4. September 2010
12.05 Uhr

Jörg Nitschke spielt Werke
u. a. von
J. S. Bach,
L. Vierne,
L. Marchand
u.a.

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Berlin, Berlin, unsere Messdiener kommen!

 

Wie viel wiegt der Adler im Reichstag? - Was verbirgt sich hinter einer Petruspizza? - Wo gibt´s ne Karaokebar? - Wo sitzt Frau Merkel? - Wie viele blaue Fenster hat diese Kirche? - Und was hat der Reichstag eigentlich mit Mc Donald´s zu tun?

Diese und viele andere Fragen begleiteten uns auf der Messdienerfahrt vom 17. bis 19. April 2009, zu der uns der Bundestagsabgeordnete Philipp Mißfelder MdB (CDU) eingeladen hatte. 15 Messdienerinnen und Messdiener von St. Peter, sowie Propst Quante, einige Väter, Thomas Maymann, Vanessa Primus, unsere FSJ-lerin, und 3 weitere Erwachsene aus dem Jugend-ausschuss machten sich auf, um die Bundeshauptstadt in drei Tagen zu erobern. Entsprechend straff sah der Tagesplan aus- Programm von 9 Uhr bis 19 Uhr.

Die etwa fünfstündige Fahrt sollte sich jedoch für jeden bezahlt machen. So gab es schon am ersten Abend eine Verköstigung mit Schnitzel und Überraschungseiern, sowie parallelem Vortrag im Konrad-Adenauer-Haus, der CDU-Geschäftsstelle. Hier trafen wir Herrn Dautzenberg, den Vorsitzenden der Jungen Union, sowie Frau Jung aus dem Büro von Herrn Mißfelder, die uns in den kommenden Tagen begleiten sollten.

Manch einer staunte nicht schlecht, als es hieß: „Und dort ist Frau Merkels Büro!“ Die großen Augen hielten jedoch nicht lange an, denn nachdem wir gesättigt waren und mit netten Worten verabschiedet wurden, ging es auch schon weiter Richtung Jugendherberge International Berlin, in der wir die nächsten zwei Nächte verbringen sollten.

Auf dem Plan stand als nächstes „Abend zur freien Gestaltung“. Dies bedeutete im Falle des Freitagabends: Besuch des Potsdamer Platzes. Dieser war nur einen Fußweg weit weg und bot allerlei Bars, Cafés und Restaurants, die in Grüppchen aufgesucht wurden.

Foto Monika Byc


Unter der Obhut ihrer Väter hatten auch unsere Nesthäkchen Johanna, Sophia und Marie, die neuen Messdienerinnen unserer Gemeinde, die Gelegenheit, die Stadt zu erkunden. Fotoliebling war an diesem Abend übrigens eine etwa 6 Meter hohe Giraffe aus Legosteinen.
Foto Monika Byc

Nach ein paar stärkenden Stunden Schlaf in der Jugendherberge begann der Tag der Besichtigungen, angefangen mit der „Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche“ bzw. mit den beiden Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirchen. Die alte wurde nämlich bei einem Bombenangriff zerstört und steht nun nur noch als zu besichtigende Ruine da. Am 17. Dezember 1961 wurde das neue Gebäude eingeweiht.

Betritt man diese von Egon Eiermann entworfene Kirche, wird man umgeben von tausenden blauen Glasfenstern. Der Kirchenführer lies diese sogleich von unserer Gruppe zählen. Nachdem er damit alle Köpfe zum Rauchen gebracht hatte, kam Vanessa schließlich auf die mächtige Zahl von 12.000.

Foto Monika Byc


Auch die riesige Jesusfigur brachte uns zum Staunen, vor allem weil sie ohne Kreuz von der Decke der Kirche hängt. Das Kreuz wurde nicht etwa vergessen. Die Bedeutung wurde uns sogleich erläutert: es handelt sich um den auferstandenen Jesus; die ausgebreiteten Arme gelten als Versöhnungszeichen.

Nachdem die beiden Kirchen genauer inspiziert worden sind, stand als nächstes die Gedenkstätte „Deutscher Widerstand“ auf dem Plan.
Foto Thomas Maymann


Der Akzent des Museumsführers, der uns durch die Ausstellung leitete, ließ sich bis heute nicht identifizieren. Das, was er jedoch zu erzählen hatte, war höchst spannend. So wurden uns bekannte Namen wie Dietrich Bonhoeffer, Erich Klausener und Bischof von Galen noch einmal ins Gedächtnis gerufen und deren Geschichte im Zusammenhang des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus näher erläutert. Eine Stunde reichte leider nur für einen kurzen Einblick in die vielen Biographien der Widerstandskämpfer.

Mit dem Bus ging es dann Richtung „Deutscher Bundestag“, auf den alle schon sehnsüchtig warteten. Zunächst fanden wir uns im „Paul-Löbe-Haus“ ein und lernten hier endlich Philipp Mißfelder und seine Frau Ann-Christin Mißfelder kennen, die sich auch schon auf uns freuten. Völlig überrascht waren wir, als wir einen der Vortragssäle betraten: Hamburger und Pommes soweit das Auge reichte!! Da war für jeden was dabei.

Foto Monika Byc

Um eine Vorstellungsrunde kamen wir nicht herum, aber die Sprechermikrophone benutzen zu dürfen, machte einen ganz besonderen Reiz aus und so hatten auch die „Weihrauchjunkies“ unter uns Spaß daran, sich vorzustellen.

Nach interessantem Austausch über aktuelle Themen wie zum Beispiel Videospiele und Alkoholverbot und erfolglosem Versuch, unsere jüngsten zum Singen zu bringen, ließen wir die Leckereien, an denen wir uns gesättigt hatten, hinter uns und marschierten, begleitet vom Team Mißfelder und Herrn Dautzenberg, zum Reichstagsgebäude.

Die volle Mannschaft musste nun zunächst die Sicherheitskontrolle über sich ergehen lassen. Erfreuliches Fazit: niemand musste draußen bleiben! So konnten also alle per Lift zum Plenarsaal, in dem schon ein Vortrag auf uns wartete. Diesem folgten sogar die kleinen ganz gebannt und trugen durch Fragen zur Unterhaltung der Teilnehmer bei.

Foto Thomas Maymann


Die Besichtigung der Kuppel des Reichstagsgebäudes war einer der Höhepunkte unserer Fahrt. Schon der spiralenförmige Aufgang brachte ein „Oooh!“ und „Aaah!“ bei manch einem hervor. Begleitet durch Erläuterungen von Herrn Mißfelder, erreichten wir schließlich die Dachterrasse des Reichstagsgebäudes, von der aus man fast ganz Berlin sehen konnte.

Die nächste Station war das Wahrzeichen Berlins, nämlich das Brandenburger Tor.
Foto Monika Byc


Ein Gruppenfoto war hier natürlich Pflicht. Dass uns jedoch Kutsche, Taxi und Polizeiwagen ungewollt daran hinderten, damit hatten wir nicht gerechnet. Nach mehrfachem Versuch klappte es dann doch noch, wie man auf dem Bild erkennen kann. Nach einem leckeren Eis mit den skurrilsten Sorten wie Erdbeer-Käsekuchen, Mango-Sorbet und Vanille/Caramel/Brownie, spendiert von unserem Probst, zogen wir weiter.

Der nächste Halt war eine weitere sehenswerte Gedenkstätte: das 2004 errichtete, kontrovers diskutierte Mahnmal für die ermordeten Juden in Europa. Die 2.711 Stelen wirken gigantisch, wenn man sich mitten im Irrgarten dieser Gedenkstätte befindet – eine Gedenkstätte zum Begehen und Anfassen, ein ganz neues Erlebnis für viele, welches dem ein oder anderem sicher im Gedächtnis bleiben wird.
Foto Thomas Maymann
Foto Monika Byc

Ein eher unscheinbares Restaurant namens „Die Zwölf Apostel“ sollte uns dann einen gemütlichen Abend versprechen. Bei Kerzenschein und interessanter Wandbemalung, schauten wir die Speisenkarte durch, welche dem Restaurant-Namen ziemlich gerecht wurde. So erfuhren wir, dass eine Petruspizza frischen Lachs und Creme Fraîche enthält, getreu der Bezeichnung von Petrus als „Menschenfischer“.

In dieser großen Runde, bedankten sich dann die drei neuen Messdienerinnen im Namen aller bei Herrn Mißfelder und seinem Team für dieses tolle Wochenende, welches uns ermöglicht wurde.

Abgerundet wurde unsere Messdienerfahrt am nächsten Morgen durch den Besuch der Heiligen Messe in der St. Hedwigs-Kathedrale, Berlin-Mitte,. Bepackt mit unseren Koffern und Rucksäcken, bewunderten wir die riesige Kuppel, die sich über unseren Köpfen befand.

Den Gottesdienst zum Jahrestag der Wahl des damaligen Kardinal Ratzinger zum neuen Papst feierten wir mit dem Kapitel der St. Hedwigs-Kathedrale und seinem Bischof Kardinal Sterzinsky, Erzbischof Thissen aus Hamburg und dem Vertreter von Benedikt XVI in Deutschland, dem Apostolischer Nuntius Perisset. Auch wenn sich Müdigkeit breit machte, gelang es uns doch zu folgen und das ein oder andere Mal hallten aus unseren Bänken sogar chorgleiche Gesänge.

Foto ThMDie Rückfahrt war geprägt von Gesprächen, Stadt-Land-Fluss-Spielen, sowie dem Verzehr von restlichen Süßigkeiten. Wenn man aber genau hinsah, konnte man den ein oder anderen schlafenden Messdiener antreffen, der die Erlebnisse der vorigen Tage noch einmal träumend durchlebte. Aber wieso nur träumen? Die nächste Messdienerfahrt kommt bestimmt!

 

Monika Byc

 

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