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Fahrt einer Delegation der Pfarrgemeinde St. Peter nach Douai.
Vom 11. bis 13. September 2009 fuhren 12 Mitglieder unserer Gemeinde zu Besuch in unsere Partnergemeinde St. Pierre in Douai in Frankreich. Nach der Ankunft am Freitagabend wurden wir von unseren Gastfamilien abgeholt. Bei einem Abendessen in den Familien konnten wir dann die ersten Kon takte knüpfen. Am nächsten Morgen trafen wir uns im Hof des Rathauses wieder. Zunächst bestiegen wir den Beffroi, einen gotischen Glockenturm aus dem Jahr 1380, der sich direkt am Rathaus befindet. Nach 196 Stufen gelangten wir, vorbei an einer alten Wachstube, auf die Plattform, auf der sich ein Glockenspiel mit 62 Glocken befindet. Von der Möglichkeit, dieses besondere Musikinstrument spielen zu dürfen, machten auch einige jugendliche Teilnehmer unserer Gruppe Gebrauch. Die anderen genossen von hier oben aus den herrlichen Ausblick über Douai.
Im Anschluss an diese Besichtigung wurden wir im Rathaus vom Präsidenten des Komitees für internationale Beziehungen, Herrn Jacques Mercier, empfangen. Nach einem Rundgang durch das historische Rathaus, das teilweise bereits im 15. Jahrhundert erbaut wurde, besichtigten wir nach dem Mittagessen die Ausstellung „Das Gold der Inkas“. Am Nachmittag unternahmen wir auf der Scarpe, einem kanalisierten Fluss in Douai, eine Schiffstour. Aufgrund der Größe unserer Gruppe mussten wir auf zwei Boote aufgeteilt werden.
Nach diesem Abenteuer besichtigten wir die Kirche St. Pierre. Dort hatte unser Organist, Thorsten Maus, die Gelegenheit, auf der Orgel zu musizieren. Anschließend konnten wir die Stadt erkunden. Den Abend verbrachten wir gemeinsam mit unseren Gastfamilien auf Einladung des Partnerschaftskomitees bei einem gemütlichen Abendessen.
Am Sonntagmorgen fuhren wir bereits um 7:15 Uhr mit dem Bus nach Valenciennes, einem Nachbarort von Douai. Ziel unserer Wallfahrt war die Abschlussveranstaltung zur Tausend-Jahr-Feier aus Anlass der Errettung der Stadt von der Pest durch die Heilige Jungfrau Maria im Jahre 1008. Nach der Überlieferung starben zu dieser Zeit rund 8.000 Menschen an der Pest, ohne dass die Epidemie nachließ. Ein Eremit namens Bertholin betete zu der Heiligen Jungfrau Maria, die eines Tages, berührt von seinem inständigen Gebet, ihm in seiner Hütte erschienen ist. Er sollte das Volk von Valenciennes in der Nacht vor der Feier Ihrer Geburt versammeln und sie sollten beten, damit ihre Wünsche erhört werden. Die Heilige Jungfrau Maria kam mit einer scharlachroten Kordel in ihrer Hand, und gemeinsam mit ihren Helfern legten sie entlang der Stadtmauer diese Kordel um die Stadt, worauf die Pest verschwand.
Tausende von Pilgern reisen jährlich nach Valenciennes, um dieses Ereignisses zu gedenken. Dazu gehen sie in einer Prozession den Weg nach, auf dem damals die Kordel gelegen hat. Nach der Historie ist diese Prozession, die über eine Länge von rund 18 km führt, seit dem 13. Jahrhundert belegt.
Im September 2008 begann die Tausend-Jahr-Feier aus Anlass dieses Ereignisses, die sich mit vielen Veranstaltungen über einen Zeitraum von einem Jahr erstreckte. Am 13. September 2009 fand diese Feier mit der großen Prozession ihren Abschluss. Zunächst versammelten sich die Gläubigen auf einem großen Platz, wo wir gemeinsam an dem von Kardinal Jean-Pierre Ricard zelebrierten Gottesdienst teilnahmen. Die anschließende Prozession durch die Stadt, begleitet von mehreren Aufenthalten an verschiedenen Stationen und vielen Gemeinsamen Gesängen bleibt als eindrucksvolles Erlebnis in Erinnerung.
Text und Photo: Franz-Josef Chmierlarczyk
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